Traumlauf im Big Apple -über 42195 Meter
Mündersche Delegation beim bekanntesten Marathon der Welt dabei / Neun Läufer am Start
Bad Münder/New York (jhr). Mit rund 40 000 internationalen Läufern und über zwei Millionen Zuschauern an der Strecke gilt der New-York-Marathon als weltweit berühmteste Laufveranstaltung. Die anspruchsvolle Strecke, auf der die Läufer fünf Brücken der Metropole überqueren müssen und die zahlreichen Prominenten, die jedes Jahr teilnehmen, verleihen dem Marathon einen ganz besonderen Glanz. "Einmal nach New York - das ist für jeden Marathonläufer fast ein Muss", sagt auch Jürgen Keller, Vorsitzender des SC Bad Münder. Bereits 1991 und 1998 starteten SC-Läufer aus der Badestadt im "Big Apple", gestern war wieder eine Delegation des münderschen Sportvereins am Start.
"Schon seit Jahren war eine Teilnahme ins Auge gefasst. Konkret wurde es bei der Live-Fernsehübertragung vor einem Jahr - dann wurde ein Reiseveranstalter ausgesucht und gebucht, denn die Startplätze sind sehr begehrt", erinnert sich Keller, der gestern mit dem Handy den Kontakt zur Redaktion hielt. Neben den SC-Läufern sind auch drei "Freunde des Osterbergs" mit dabei, sodass 17 Münderaner die Reise antraten. Verletzungsbedingt gingen gestern um 15 Uhr (9 Uhr Ortszeit) aber nur neun Läufer an den Start. Seit August hatten sich die ohnehin trainierten Sportler speziell auf die Veranstaltung vorbereitet.
Am 1. November brachen die Münderaner auf, am Freitag stand zunächst eine Stadtrundfahrt durch Manhattan auf dem Programm - der Marathon bildet zwar den Mittelpunkt der Reise, lässt aber nicht auch Raum, um die Stadt zu erkunden. "Ein kleiner Spaziergang durch Chinatown hinterlässt einen völlig anderen Eindruck als die Fahrt durch Harlem oder das Banken- und Regierungsviertel im Süden Manhattans. Allein der Sonnenuntergang vom Empire State Building war schon die Reise wert", schwärmt Keller.
Die Laufschuhe wurden dann erstmals am Sonnabend geschnürt: Läufer aus mehr als 100 Nationen wurden offiziell bei der UNO begrüßt, anschließend nahmen die Münderaner, mit Deutschlandfahnen ausgestattet, am Freundschaftslauf quer durch Manhattan teil.
Gestern dann der große Tag der Marathonies: "Der New-York-Marathon ist kein einfacher Lauf, alleine die fünf Brücken und die Hügel im Central Park machen ihn zur besonderen Herausforderung. Aber die mehr als zwei Millionen Zuschauer helfen kräftig mit ihrer Anfeuerung", berichtet Keller - kein Münderaner hatte eine neue Bestzeit im Sinn, alle wollten die besondere Stimmung genießen. Um 6 Uhr Ortszeit trafen sie gestern im Startbereich in einem Fort auf Staten Island ein, gut vorbereitet auf die lange Wartezeit bis zum Start um 9 Uhr. Noch ein Gruppenbild fürs Album, dann wurde es ernst: "Mit einem Kanonenschuss wurde der Marathon gestartet, das machte schon Gänsehaut", schildert der SC-Vorsitzende kurze Zeit später. Der Lauf durch die Stadt führte dann über die riesige Verrazano Bridge nach Brooklyn, durch ein Spalier von Zuschauern weiter über die Queensboro Bridge nach Manhattan. "Über Kilometer säumen Zuschauer mit einer Riesenstimmung die Laufstrecke", schwärmt Keller. Durch die Bronx und Harlem geht die Strecke weiter in den Central Park - dann sind die Münderaner "Finisher" des bekanntesten Marathons der Welt.
© Neue Deister-Zeitung, 05.11.2007