Die Regenschauer stören nur bei der Siegerehrung
Von Jan-Erik Bertram
Leichtathletik.
Ulla Köppen ist auf einer Mission, so steht es auf ihrem Lauf-Shirt.
Die Mission lautet: 42,195 Kilometer. Am Sonnabend gegen 14.40 Uhr hat
die 55-Jährige ihre Mission erfüllt. Elf Runden à 3,8 Kilometer hat sie
beim Söltjerlauf absolviert. Plus 400 Meter, damit der Marathon
komplett ist. Damit war sie neben Manuela Schlißke die beste Frau bei
der elften Söltjerlauf-Ausgabe, an der insgesamt fast 500 Läuferinnen
und Läufer teilnahmen und 1916 Runden liefen – für jede Runde spendet
die Sparkasse Weserbergland einen Euro, in diesem Jahr für den
Förderkreis der Arbeitsloseninitiative Bad Münder.

Jeder in seinem Tempo: Die langen Steigung auf der Mitte der Strecke nehmen nicht alle im Laufschritt.
Beim Start um 11 Uhr ist das Wetter noch gut an der
Bergschmiede. So gut, dass sich noch fast 100 Kurzentschlossene
anmelden. Eineinhalb Stunden später fallen die ersten Regentropfen. Die
stören aber nicht. Nervös wird Mit-Organisator Detlef Erasmus erst, als
das Gerücht einer Unwetterwarnung die Runde macht. Es bleibt beim
Gerücht – und bei einigen Schauern.
Auch
bei der Siegerehrung gießt es in Strömen. Das selbst gebastelte Banner
der Grundschule Bad Münder hängt vor Nässe schon etwas durch, als die
Grundschüler von Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah den Pokal des
Ortsrates als größte gemeldete Mannschaft mit 97 Startern erhalten.
Der
Söltjerlauf bringt Lauf-Experten und -Anfänger zusammen wie sonst kaum
ein Volkslauf. Während „Profis“ wie Jörg Zimmermann und Jobst von
Palombini locker zwölf Runden schaffen – immerhin 45,6 Kilometer –,
müssen andere immer wieder mal Pausen einlegen. Etwa Bärbel Schmidt aus
Springe, die auf ihrer dritten Runde an der langen Steigung eine
Gehpause einlegt. Fünf Runden hat sie sich vorgenommen. „Aber ich bin
froh, wenn ich die vierte schaffe“, sagt sie lachend. Sie schafft sie,
und auch die fünfte – 19 Kilometer.
Mehr schafft Manuela
Schlißke aus Bad Münder. Wie Ulla Köppen hängt sie nach der elften
Runde noch 400 Meter dran und läuft ihren ersten Marathon überhaupt –
42 von insgesamt 7280 Kilometern, die alle Läufer zusammen zurücklegen.
Das sind zwar 3000 weniger als im Vorjahr, kann sich angesichts der
Konkurrenzveranstaltungen, wie dem Tag der Niedersachsen, aber sehen
lassen. Denn das Hauptziel wurde wieder erreicht, so
Lauftreff-Vorsitzender Jürgen Keller: „Das Gemeinschaftserlebnis steht
im Vordergrund.“
Mehr Fotos und einen Videobeitrag vom Söltjerlauf finden Sie ab heute Abend auf www.ndz.de