Eine Woche Pause – mehr ist nicht drin
Leichtathletik (jab). Andere Rentner legen die Füße hoch – Klaus Peschke tut genau das Gegenteil. Der Springer ist noch immer im Lauftreff des SC Bad Münder aktiv und geht nach wie vor bei Marathons an den Start. Und auch heute, an seinem 70. Geburtstag, macht es sich Peschke nicht auf dem Sofa gemütlich. Er wandert von Österreich aus zum Gipfel der Zugspitze. „Das war schon lange mein Wunsch“, so der ehemalige Werkzeugmacher.


Am runden Geburtstag zu Fuß auf die Zugspitze

Schon auf dem Weg in die Alpen hat Peschke einen sportlichen Zwischenstopp eingelegt. Mit seinem Schäferhund Vimo startete er bei den Deutschen Hundesport-Meisterschaften in Feucht bei Nürnberg. In der Klasse der über 61-Jährigen belegte er im Geländelauf über 5000 Meter den zweiten und über 2000 Meter den fünften Platz.

Vor 30 Jahren packte Peschke das Lauffieber. „Ich war übergewichtig und hatte Probleme mit dem Rücken“, erinnert er sich. Ein Arbeitskollege brachte ihn zum Jogging – bis heute seine große Leidenschaft. „Ich hoffe, fünf Jahre kann ich noch laufen“, sagt er. Zweieinhalb Jahrzehnte lang trat er für die LLG Springe an, vor fünf Jahren wechselte er zum SC-Lauftreff. „Da bin ich toll aufgenommen worden“, sagt er, „das Umfeld stimmt.“

Etwa 100 Marathons hat Peschke absolviert, allein neunmal auf Helgoland. „Das ist ein Highlight“, sagt er. „Den verbinden wir immer mit einem Urlaub“, berichtet seine Frau Dorothea, die natürlich auch läuft und ihren Mann fast überallhin begleitet. Achtmal etwa zum Swiss-Alpine-Marathon über 78,5 Kilometer und 1000 Höhenmeter. Oder zum 100-Kilometerlauf, zuletzt 2008 in Biel. Oder zu den 24-Stunden-Läufen, die Peschke absolviert hat. „Dass es mit der Lauferei so gut geklappt hat, habe ich nur ihr zu verdanken“, sagt er.

Die Ultraläufe will Peschke langsam zurückschrauben. Einen Marathon könnte er aber noch jederzeit aus dem Ärmel schütteln – tut er aber nicht. Um ohne gezielte Vorbereitung die 42 Kilometer in Anspruch zu nehmen, ist er noch zu ehrgeizig: „Ich will schließlich eine gute Zeit laufen. Seine Bestzeit von 2:55:59 Stunden lief er vor 25 Jahren in Berlin – dort tritt er heute nicht mehr an: „Da sind mir zu viele Leute.“

Stattdessen überlegt er, im Herbst in Frankfurt zu laufen. Aber selbst nach einem Marathon kann er nicht lange die Füße still halten: „Eine Woche Pause halte ich aus“, sagt Peschke, „dann muss ich wieder was machen.