Große Hitze lässt Marathon-Träume platzen
Leichtathletik (ndz). Beim diesjährigen Berlin-Marathon gingen vier Starter für den Lauftreff SC Bad Münder an den Start. Dabei stellte sich die Frage: Wer jagdt wen? Setzten sich zum ersten Mal bei einem Marathon die jungen Läufer vom SC durch oder konnten die älteren Marathonis ihre Routine zum Vorteil werden lassen. Zeiten zwischen 3:20 und 3:30 Stunden konnten von jedem erwartet werden.



 Auf den Stufen zum Reichstagsgebäude formierten sich vor dem Start die vier SC-Läufer Tobias Joachim (v. l.), Jürgen Keller, Daniel Stelzer und Andreas Webner zum Erinnerungsfoto. Foto: pr.
Jürgen Keller (53) startete zum zehnten Mal in der Bundeshauptstadt und war bereits vor 20 Jahren dabei, als die Marathonstrecke nach dem Mauerfall das erste Mal auch durch den Osten führte.

Dagegen gab Daniel Stelzer (32) sein Debüt bei einem Straßenmarathon mit 41000 Teilnehmern. Für den in Berlin lebenden Münderaner Andreas Webner (49) ist der Marathon schon seit 13 Jahren die jährliche „Pflicht“. Tobias Jochim (36), im guten Marathonalter, konnte sich in den letzten Jahren auf eine Bestzeit von 3:21.40 Stunden steigern und hat eine beständige Form.

Doch es kam alles etwas anders: Bei sonnigem Wetter und 17 Grad ging es auf die Strecke, die Temperatur stieg ständig bis auf 25 Grad an. Die „mörderische Hitze“ forderte von den Läufern alles. Bei dem einen oder anderen verweigerte der Magen selbst das kühle Berliner Trinkwasser, was als Streckenverpflegung angeboten wurde.

Keller, zum Halbmarathon noch auf Kurs für 3:26:00 Stunden, musste auf den letzten zwölf Kilometern etliche Gehpausen einlegen und kam mit 3:50:04 ins Ziel. Immerhin noch Platz 9906 im Gesamtergebnis und Rang 910 in seiner Altersklasse.

Webner, zum Halbmarathon noch mit Keller gleichauf, kam mit 3:39:59 besser durch. Er erreichte Platz 7334 (Platz AK: 1300).

Auch Tobias Jochim konnte sein geplantes Tempo von unter 3:20:00 Stunden nicht halten und lief dennoch bemerkenswerte 3:31:22, die Platz 5468 bedeuteten und in der Altersklasse für Platz 1122 langten.

Mit der Vorsicht eines Debütanten machte Daniel Stelzer alles richtig. Mit vorsichtigem Beginn schaffte er es, den Marathon in gleichmäßigem Tempo zu laufen. Er kam in der hervorragenden Zeit von 3:24:45 Stunden ins Ziel am Brandenburger Tor. Mit Platz 4040 war er damit unter den ersten zehn Prozent aller Starter und erreichte Platz 618 in seiner Altersklasse.

Übrigens: Auch Weltrekordler Haile Gebrselassie (Äthopien), der bei Kilometer 30 noch 40 Sekunden unter der Weltrekordmarke lag, musste der Wärme Tribut zollen und mit 2:06:08 Stunden verfehlte er den Weltrekord deutlich. Er war beim Zieleinlauf deutlich von den Strapazen gekennzeichnet. Sein Konkurrent, der Kenianer Ducan Kibet, konnte schon ab Kilometer 20 nicht mehr mithalten und stieg bei Kilometer 32 sogar aus.

Genauso wie der zunächst enttäuschte Haile Gebrselassie kurze Zeit später sich über seinen Marathonsieg freuen konnte, waren die Münderaner nach kurzer Erholung stolz, einen Marathon unter schwierigen Bedingungen erfolgreich absolviert zu haben