Der
Stolz überwiegt die Strapazen Triathlon
(jab). Als er startete war es noch schön kühl. Als er ins Ziel kam, war
die Hitze halbwegs erträglich. Zwischendurch muss sich Imre Morva vom
SC Bad Münder bei seinem ersten Iron Man wie in einem Glutofen
vorgekommen sein. „Gefühlte 40 Grad“ seien es gewesen, sagt Morva einen
Tag nach dem Wettkampf in Limmer. 12:11:08 Stunden hat er gebraucht für
3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer
Laufen. Auf den letzten Metern begleiteten ihn seine beiden Söhne – und
alle Strapazen waren vergessen.

„Ein erhebendes Gefühl.“
Gemeinsam mit seinen Söhnen überquert Imre Morva die Ziellinie nach
seinem ersten Iron Man. Foto: pr.
„Das war ein erhebendes
Gefühl. Für den Stolz, den man empfindet, lohnt es sich“, sagt Morva –
und beantwortet damit selbst die Frage, die er sich nach ungefähr 30
Kilometern während des abschließenden Marathon-Laufes gestellt hat:
„Warum tue ich mir das an? Ich könnte mich doch in den Herrenhäuser
Gärten schön auf eine Bank setzen.“
Auf den ersten beiden Etappen
fühlte sich der Hamelspringer noch blendend. Morgens um sieben ging es
ins Wasser – das sich von den befürchteten 10 dank der sonnigen letzten
Tage schon auf 18 Grad erwärmt. 1:20,50 Stunden benötigte Morva. Dann
ging es für knapp sechs Stunden aufs Rad. „Ich habe mich sehr
wohlgefühlt und die ganze Zeit ein breites Grinsen auf dem Gesicht
gehabt“, sagt er.
Dabei hat die Verpflegung nicht so geklappt,
wie sie sollte, der Magen revoltierte ein wenig, „ich konnte nicht so
viel zu mir nehmen, wie ich wollte“. Das und die große Hitze wurden beim
Laufen zum Problem. „Ich hatte ordentlich Krämpfe“, berichtet Morva,
„die haben sich mit der Zeit aber gelockert.“ Vor allem Salziges sei bei
den Verpflegungsstellen Mangelware gewesen. Morvas Familie und Freunde,
die ihn während des Wettkampfs lautstark unterstützten, besorgten
kurzerhand Laugenbrezeln und kratzten die Salzkörner ab. Morva teilte
den wertvollen Proviant mit einem anderen Teilnehmer, den er erst auf
der Strecke kennengelernt hatte – so familiär geht es zu beim Triathlon.
„Eine
einmalige Erfahrung“ sei der Iron Man für ihn gewesen, sagt Morva.
„Dieser Moment im Ziel, dieser Stolz – das sollte jedem Menschen
vergönnt sein.“ Viereinhalb Kilo verlor der 43-Jährige auf der Strecke,
„in den nächsten eineinhalb Wochen lasse ich es etwas ruhiger angehen“.
Aber der letzte Iron Man soll es nicht gewesen sein: „Kurz nach dem
Zieleinlauf habe ich noch gedacht: Warum tun sich Menschen das an.“ Aber
unter der heißen Dusche sei der Gedanke schon verflogen gewesen.
Morva, der auf der Langdistanz den 21. Platz unter 33 Teilnehmern
belegte, war in Limmer nicht der einzige Starter aus der noch jungen
Triathlonsparte des SC. Den halben Iron Man nahmen Daniel Behrens und
Ines Heinze in Angriff. Behrens brauchte 5:24:56 Stunden und wurden
damit 168. im 331 Mann starken Feld. Heinze wurde in 6:19:49 Stunden 38.
unter 43 Starterinnen.
Den Volkstriathlon (500 Meter Schwimmen,
20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) nahm Matthias Stehn in
Angriff und wurde 51. von 153 Teilnehmern. Das bedeutete in der
Altersklassenwertung M50 Rang 7.