Die Läufer haben endlich mal Rückenwind
Von Jan-Erik Bertram   
Leichtathletik. Sollte je eine Fortsetzung des Erfolgsfilms „Lola rennt“ gedreht werden und Hauptdarstellerin Franka Potente nicht zur Verfügung stehen – Kristina Scheyhing wäre die ideale Zweitbesetzung: Die Läuferin vom TSV Kirchdorf – im Hauptberuf Schauspielerin – gewann am Sonnabend beim 34. Springe-Deister-Marathon der LLG Springe die Frauenwertung auf der
Halbmarathonstrecke mit großem Vorsprung. Dabei hatte sich Scheyhing noch verrechnet und den Schlussspurt einen Kilometer zu früh angezogen. Die letzten 1000 Meter „wurden immer länger“.



Kristina rennt: Halbmarathon-Siegerin Kristina Scheyhing.



Marathon-Sieger Johannes Haßlinger (r.). André Rother (l.) kann hier noch folgen.



Start zum Schnupperlauf: 86 Jungen und Mädchen machten sich auf die zwei Kilometer lange Strecke.



Detlef Erasmus (r.) vom Lauftreff des SC Bad Münder auf der zweiten von insgesamt vier Runden vor dem Springer Jagdschloss. Der Münderaner absolvierte als einziger heimischer Läufer den Marathon. Fotos: jab


Für die Kirchdorferin war es erst der zweite Halbmarathon überhaupt, ihre Zeit von 1:32:13 Stunden kann sie daher schlecht einschätzen: „Ich habe ja kaum einen Vergleich.“ Im Gegensatz zu Männer-Sieger Jörn Hesse aus Delligsen, der den Halbmarathon in Springe vorher schon

„zwei- oder dreimal gewonnen“ hatte. 1:17:49 Stunden benötigte er diesmal, „ich hatte spekuliert, eine Minute schneller zu sein“.

An den Bedingungen lag es nicht. „Ich habe zum ersten Mal in Springe erlebt, dass ich mehr Rücken- als Gegenwind hatte“, sagte Marathon-Sieger Johannes Haßlinger von der LG Nienburg im Ziel. Milde Temperaturen um die zwölf Grad bei nur leichtem Nieselregen taten ihr Übriges. So war der 31-Jährige mit seiner Siegerzeit von 2:43:25 Stunden „mehr als zufrieden“.

Im Gegensatz zu den meisten Läufern – insgesamt 922 hatten sich angemeldet, 785 kamen ins Ziel – steht er schon voll im Training: „Es war mein neunter Marathon in diesem Jahr“, so Haßlinger, der sich auf die Ultraläufe in den Schweizer Alpen – Biel und Swiss Alpine – vorbereitet. Dagegen will Klaus Peschke vom Lauftreff des SC Bad Münder erst Anfang Mai auf Helgoland seinen ersten Marathon in diesem Jahr laufen. „Das sind vier Runden, wie in Springe. Hier würde ich die allerdings nie laufen“, so Peschke, der auf der Zehn-Kilometer-Strecke startete. „Ich habe im Winter wenig gemacht“, sagt er.

Während für die Mitglieder der LLG der eigene Lauf tabu ist – alle müssen helfen – war der LAV Springe zahlreich vertreten. Vor allem beim 2000-Meter-Schnupperlauf, bei dem der LAV mit 22 Kindern die größte Gruppe stellte. Die schnellste Mannschaft dabei kam allerdings von Friesen Bakede: Die Emmermacher-Geschwister Michaela, Jessica und Tobias kamen zusammen auf die Siegerzeit von 26:18 Minuten.